Wegschauen – aber wohin?

Zivilisationsmüll - Adrianos Schlucht, Kreta

Das erste, was ich von Griechenland sehe, ist eine schwimmende Pet-Flasche im blauen Wasser vor der Peleponnes. Ich segle ein Mann-über-Bord Manöver und fische sie auf. Das war ein Irrtum. Ein rechter Grieche hätte sie nicht nur treiben gelassen, sondern seinen Papp-Kaffeebecher hinterher geworfen. Tauchen in Pylos, Peleponnes. Schwebeteile vernebeln den Blick, das Wasser wirkt … mehr lesen

Fettnäpfe und Holzpfade

Wer reist, macht sich zum Narren. Man stolpert über fehlende Sprachkenntnis, die ungeschriebenen Regeln, narzisstischen Stolz der Einheimischen. Der Reisende steht in der Hackordnung weit unten – ausser sein Portemonnaie ist prall gefüllt. Wenn dann auch noch Behörden ins Spiel kommen, hilft nur Unterwerfung. „Ochi!“ ruft die Frau von der Coast Guard. “Ochi! No! No! … mehr lesen

Kleine Überraschungen

16 Tonnen REYKJA an Oldtimerkran

Als ich nach drei Wochen in der Schweiz wieder zu Reykja zurückfliege, hat sich das Leben geändert. Nicht unbedingt zum Guten – aber es hätte schlimmer kommen können. Zunächst verlangt Taxifahrer am Flughafen Athen 20 Euro mehr, als sein Kollege vor drei Wochen. «Registered price» sagt er mit fester Stimme. Ich glaube ihm nicht und … mehr lesen

Das Mittelmeer gibt es nicht

Stromboli Ausbruch

Das Mittelmeer sind viele Meere. Sie haben unterschiedliche Namen, Winde, Gefahren, selbst unterschiedlichen Salzgehalt. Auf dem Weg von Menorca über Sardinien, Sizilien nach Griechenland überquere ich drei dieser Meere. Wie hatte ich mich vor meiner Reise gefreut auf den magischen Moment, in dem das Land versinkt und rund um mich nur noch Meer ist. Mystisch … mehr lesen

Insel der Steine

Cala de Algeyerens

Von Menorca wusste ich nur, dass es diesen Ort gibt. Irgendwo. Umso überraschender ist die Begegnung mit einer Insel, in der man mich zuerst gar nicht an Land lassen will. Donnerstagabend, kurz vor fünf. Nach der Überfahrt von Mallorca funke ich Ciutadellas Marinas an. Blankes Entsetzen am anderen Ende. Mein Schiff sei mit 11.99 Metern … mehr lesen

Katzenpisse in der Luft

Sa paret des moro

Putzfraueninsel, Teutonengrill, Alkoholleichen, Massentourismus – als ich in die Bucht von Palma de Mallorca einlaufe, erwarte ich den peinlichsten Ort der Welt (nach Zürich und Las Vegas natürlich). Zwei Monate später habe ich aber auch eine sehr schöne Insel gesehen. Nur: Woher nur kommt dieser penetrante Geruch nach Katzenpisse? Aus dem Morgendunst taucht ein riesiges … mehr lesen

Flaute ertragen

Flaute ertragen

Während meiner Ausbildungstörns beim Cruising Club Schweiz (CCS) gab es keine Flaute. Blies der Wind schwächer, kam von vorne, nahte die Zeit vom Nachtessen, dann griff man unverzüglich zum Motorschlüssel. Zwar wollten wir den Hochsee-Schein erwerben. Aber zeigte die Hochsee eines ihrer ungeplanten Gesichter, geriet die Törnplanung durcheinander. Ausbildungsmässig war Flaute nicht vorgesehen. Nur die … mehr lesen

Big brother is watching …

Verdächtiger Kurs und Rettungsaktion

REYKJA besitzt AIS, ein Automatisches-Identifikations-System. Ein Transponder sendet die Daten meiner Position. Umgekehrt sehe ich Positionen anderer Schiffe, ihren Namen, Geschwindigkeit, Grösse, und einiges mehr. Sollte ich demnächst kollidieren, summt das AIS giftig, und verrät ausserdem, wann das sein wird und wo. Das hat Vorteile – aber nicht nur. Denn big brother is watching. Jedes … mehr lesen

Angespült werden

Tarifa vom Meer aus

Zwei Monate in Algés, drei Tage in Lagos, zwei Wochen Almerimar. Die Orte, an denen ich lande, habe ich nicht gesucht. Das Schiff entscheidet. Es verlangt nach Werft, Schlosser, Rigger, Elektriker. REYKJA diktiert den Ablauf der Reise. Ich werde nur angespült. Lissabon Algés ist ein Stadtteil von Lissabon. Hier fährt keine romantische Strassenbahn Linie 28E, … mehr lesen

Einen Ozean überqueren

Biskaya Starkwind

Das gehört zum Minimalanspruch an Segler im Pensionsalter: Dass sie einen Ozean überqueren. Mindestens einen. Besser drei, dann wäre man Weltumsegler. Mit meinem angeschlagenem Schiff und geknickten Selbstvertrauen sieht die Welt wesentlich komplizierter aus. Bereits die Überquerung der Biskaya kommt mir vor wie eine Gipfeltour: Drei Tage Einsamkeit, ungewisser Ausgang. Streng genommen überquert man hier … mehr lesen